Gesprächsreihe »Über Kunst« - Start in der Galerie Klaus Gerrit Friese am 21. Oktober 2008 mit Hans Dieter Huber
Das Projekt des schönen Lebens
Nikolai B. Forstbauer (links) im Gespräch mit Hans Dieter Huber (Fotos: Frank Kleinbach)
Neue Privatgalerien und Ausstellungsräume, aber auch neue private Museen und neue Verantwortliche in den öffentlichen Kunstforen – die Kunstszene in der Region Stuttgart ist im Aufbruch. Grund genug, der Bedeutung von Kunst nachzuspüren. Unter dem Titel Über Kunst präsentieren die Stuttgarter Nachrichten hierzu eine neue Veranstaltungsreihe. Erster Gast war am Dienstag, 21. Oktober, der Kunstwissenschaftler Hans Dieter Huber.
Über 100 Zuhörer waren der Einladung gefolgt
Seit 1999 Professor für Kunstgeschichte der Gegenwart, Ästhetik und Kunsttheorie an der Stuttgarter Kunstakademie am Weißenhof, entwickelte Hans Dieter Huber bereits ein Jahr später mit dem Forschungsprojekt Visuelle Kompetenz im Medienzeitalter eine programmatische Position in der Debatte über die Bedeutung von Kunst in der globalisierten Gesellschaft. Wir leben, bekräftigte Huber jüngst im Gespräch mit unserer Zeitung, in einer Erlebnisgesellschaft, in der wir an dem Projekt des schönen Lebens arbeiten und perfekte ästhetische Erlebnisse und Dinge haben wollen, die uns möglichst von der Masse unterscheiden.
Galerist Klaus Gerrit Friese unter den Zuhörern (Foto: Hannelore Paflik-Huber)
1953 geboren, promovierte Huber nach einem Studium der Malerei und Grafik an der Münchner Kunstakademie (1973 bis 1977) sowie der Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie in Heidelberg 1986 über das Thema System und Wirkung. Interpretation und Bedeutung zeitgenössischer Kunst. Auf sich aufmerksam gemacht hat Huber zuletzt mit einer kritischen Befragung der Neuen Medien und der Ästhetik von Internetseiten. Die einzige Möglichkeit, die wir haben, sagt Huber denn auch, ist, die Mechanismen auf den Begriff zu bringen und die Gesellschaft zu verändern, indem wir ästhetische Bildung fördern.
